LKZ-Interview zum Imkertag

IMKERVEREIN LUDWIGSBURG e.V.

In der Presse

von Thomas Trump

Interview mit Thomas Trump

Thomas Trump (Imkerverein Ludwigsburg e.V.)

LKZ: „Aktuell kann man den Eindruck gewinnen, dass die Imkerei wieder In Mode ist. Stellen Sie das auch fest?“
Thomas Trump: Die Bienen erfreuen sich einer starken Lobby. Obwohl es keine Kuscheltiere sind und die bienenlosen Bürgerinnen und Bürger nur wenig mit der Imkerei anfangen können, steht die Bevölkerung in dichten Reihen hinter den Honigbienen. Dies wurde auch durch den eindeutigen Volksentscheid pro Honigbiene in Bayern unterstrichen. Das gesunde, von den Bienen eingelagerte Lebensmittel Honig trägt sicherlich ebenso zu der Popularität wie auch die Bestäubungsleistung bei. Ja, die Bienen sind in Mode gekommen. Unser Verein kann sich über einen regen Zulauf von 40 bis 50 Neuimkern jedes Jahr freuen. Zum einen liegt dies sicherlich an dem bereits Beschriebenen, zum anderen werden durch den lmkerverein Ludwigsburg umfangreiche und fundierte Neuimkerschulungen angeboten

LKZ: „Wie steht es um die Bienen in Ludwigsburg und Umgebung?“
Thomas Trump: Den über 1.500 Bienenvölkern im Bereich Ludwigsburg geht es gut. Durch die Grundausbildung im lmkerverein Ludwigsburg kann der Neuimker die ersten Hürden überwinden, so dass das erste Bienenvolk den Winter überlebt. lmkerliche Fehler wird es immer geben. Mehr Sorgen bereitet das Nektarangebot, vor allem in der Fläche. Hier stoßen die Immen auf teilweise eintönige Agrarflächen, die keinerlei Chance bieten, der Sammelleidenschaft der Bienen gerecht zu werden. Doch die Honigbienen haben, wie erwähnt, eine Lobby, nämlich die Imker. Viel größere Sorgen mach ich mir um die Wildbienen, die Wespen, Schmetterlinge, Hummeln und, und, und. Hier schlägt die schwindende Biodiversität in der Flora voll durch. Lebensräume verändern sich negativ oder verschwinden ganz. Auch fehlen geeignete Brutmöglichkeiten. Es ist fünf vor zwölf – hier muss dringend etwas getan werden. Auch darf nicht vergessen werden, dass das Sterben der Insekten die Vogelpopulation voll betrifft. Es gibt weniger der gefiederten Freunde. Es ist unser aller Lebensraum – es ist unsere Zukunft – das geht uns alle an.

LKZ: „Was passiert auf dem lmkertag und warum ist er auch für Nichtimker Interessant?“ 
Thomas Trump: Der im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg stattfindende lmkertag befasst sich eben mit diesen Themen. Diese Vortragsveranstaltung findet einmal im Jahr in wechselnden Städten Württembergs statt und wird vom Landesverband der Württembergischen Imker Reichenbach finanziert. Der lmkerverein Ludwigsburg kümmerte sich um die Organisation. Es wird ein Vortrag zum Thema Varroa, die ursächlich für so manchen Bienenvolkverlusst sind, gehalten. Neues aus der Forschung von der Uni Hohenheim wird ebenso berichtet. Interessanter für den Nichtimker sind die Vorträge über den Zusammenhang Pestizideinsatz und Insektensterben sowie ein weiteres Referat über das Leben und Sterben der Wildbienen. Wer sich für die Soziologie der fleißigen Immen interessiert, darf den Vortrag über die Intelligenz der Honigbiene nicht verpassen. Für alle Vorträge konnten hochrangige Referenten und Referentinnen gewonnen werden. (sts)

Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung (19.04.2019)

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